Im Jahr 2014 will die Hamburg Messe zeitgleich zur Husum Wind eine eigene Veranstaltung zum Thema Windkraft ausrichten. Beide Messeveranstalter betonen das Recht ihrer Position und verweisen dabei auf Unterstützung und Buchungen aus der Wirtschaft.
Seit den Sommermonaten ist ein Streit über den passenden Messeplatz entbrannt, der das Klima zwischen Kiel und deutlich belastet. Dabei bringt Husum seine älteren Rechte ins Spiel, während Hamburg seine wirtschaftlich exponierte Stellung zum Ausdruck bringt. Auch der Bremer Senat schaltet sich ein. So sei im Streit um den künftigen Messestandort zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg die Entscheidungskraft der Wirtschaft und nicht der Politik gefragt. Senatssprecher Christoph Holstein betont:
"Über die Termine von Messen und über ihre Aussteller entscheidet nicht die Politik". Durch die am vergangenen Freitag von der Hamburg Messe verkündeten Pläne zur Ausrichtung der Fachmesse WindEnergy, wurde der Streit zwischen Hamburg und Kiel noch weiter angeheizt. Der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen reagierte deutlich erbost auf die Pläne zu einer Konkurrenzveranstaltung. "Wir haben angeboten, dass es zu einer vernünftigen Zusammenarbeit kommt, offensichtlich hat man uns nicht die Wahrheit gesagt".
Dabei richte sich seine Kritik richte sich nicht völlig an den Ersten Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz, sondern direkt an die Hamburg Messe. Für die der neuen Messe sprachen sich Messegesellschaft und der Messefachbeirat aus. Dieser besteht aus Vertretern der branchenführenden Unternehmen der Windkraftsparte, zum Beispiel Nordex oder Siemens Repower sowie dem Branchenfachverband VDMA Power Systems und anderen On- und Offshoreorganisationen.
Die neue Fachveranstaltung biete der weltweit wachsenden Windkraftbranche die Möglichkeit zur optimalen Präsentation auf dem neuen Areal der Hamburg Messe, erklärte der Beirat. Husum hingegen hält an seinen alten Rechten fest und will mit der Ausrichtung im Jahre 2014 zugleich das 25. Messejubiläum feiern. Über 450 Anmeldungen sind bereits eingetroffen und fand bei zahlreichen Ausstellern große Unterstützung. Auch sei 2012 mit rund 40000 Besuchern zu rechnen. Auf einer Fläche von 60000 Quadratmetern präsentieren sich dabei 1200 Aussteller der Windbranche.
In ungeraden Jahren veranstaltet der Kooperationspartner Messe Hannover die Windmesse. Der Streit um den Messestandort spaltet anscheinend nicht nur die Politik, sondern auch die Branche.