Masako Hashimoto aus der Präfektur Fukushima besuchte mit zwei weiteren Einwohnern der Katastrophenregion, mehrere Landkreise in Bayern, um im Rahmen einer energiepolitischen Rundreise ein Windkraftwerk auf dem Haardtberg bei Forst, eine Strahlenmessstation in Bergrheinfeld sowie eine Freiflächen-Solaranlage in Schwebheim.
Der Bund Naturschutz Bayern lud die japanischen Gäste zu diesem Anlass ein, aber auch um ihre Erfahrungen mit der Atomkatastrophe in ihrer Heimatstadt aus erster Hand zu hören. „Wir wollen von den Betroffenen lernen und sie unterstützen beim Aufbau einer organisierten Gegenbewegung in Japan“, erklärt Sebastian Schönauer, stellvertretender Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern.
Dabei berichteten die japanischen Gäste im Schweinfurter Naturfreundehaus von „gezielter Desinformation“ von behördlicher Seite in Japan über das wahre Ausmaß der Strahlenbelastung in den dortigen Wohngebieten. Durch die Havarie der Reaktoren entstanden volkswirtschaftliche Schäden von etlichen Milliarden Euro. Masako Hashimoto fiel bei der energetischen Rundreise vor allem die Windkraft ins Auge.
Immer mehr wächst die Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie, wobei auch in Japan noch großes Ausbaupotential vorhanden ist. Vor allem, wenn mithilfe von Bürgerbeteiligungsgesellschaften die Investition realisiert würde, könne man sich in großen Schritten von der Atomenergie entfernen, so Gebhard Karch, Geschäftsführer einer Betreibergesellschaft im Schonunger Gemeindeteil Forst. Das Konzept zur Finanzierung für eine seit mehreren Jahren betriebene Enercon-E58 Anlage gehe vollständig auf. „Bis zu 20 Investoren mit Mindestanteilen von 10 000 Euro würden für derartige Investitionen zusammengeführt, dabei darf keiner mehr als 50 Prozent Anteile an der Gesellschaft halten.“ erklärt Karch.
Anfangs lägen die Renditen bei etwa fünf Prozent, würden im Lauf der Jahre aber noch steigen. Solche Modelle seien vorbildlich für die Region, aber auch zukunftsweisend bei der Umsetzung der Energiewende.