Auf dem World Summit for Small Wind im März 2012 in Husum thematisierte Kostas Latoufis von der Technischen Universität Athen die Open Source Entwicklung von Windkraftanlagen in einem Vortrag.
Dieses Prinzip kennt man zunächst nur von der Softwareentwicklung, wie zum Beispiel dem Betriebssystem Linux. Open Source steht nicht nur für gemeinschaftliche Entwicklung, sondern auch für die Offenlegung aller Ergebnisse sowie ihre freie Verwendung.
Dieses Prinzip der Schwarmintelligenz soll vor allem durch das Internet koordiniert werden, um das weltweit verstreute Know-how Einzelner zu bündeln. Das Wissen soll dem Selbstbau oder der privaten Entwicklung von Kleinwindenergieanlagen zugute kommen, besonders für die Stromversorgung ländlicher Gebiete oder auch in Entwicklungsländern.
Nach dem Open Source Prinzip müssen Kleinwindräder im Selbstbau den Anforderungen und Bedingungen in den Entwicklungsländern gerecht werden, da elektronische oder mechanische Bauteile unter Umständen wesentlich schwieriger zu beschaffen sind. Häufig muss auf Materialien zurückgegriffen werden, die lokal vorhanden und zudem preiswert sind.
Auf Spezialwerkzeuge muss ebenfalls verzichtet werden. In Büchern, wie „How to Build a Wind Turbine“ von Hugh Piggott oder dem „Handbuch Windenergie Technik“ von Prof. Horst Crome finden sich beispielsweise vielfältige Informationen zu Materialien, Werkzeugen und Techniken, aber auch Bauanleitungen für komplexe Komponenten wie den Generator.
Die weltweiten Aktivitäten in der örtlichen Herstellung von Kleinwindanlagen werden durch die WindEmpowerment Association koordiniert, die 2011 gegründete wurde. Ihr gehören derzeit 20 Mitgliedsorganisationen weltweit an. Durch die Beteiligten konnten über 1.000 Anlagen gebaut und installiert werden. Noch fehlen der Organisation jedoch Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz.