Der Creglinger Bürgermeister Uwe Hehn besuchte am vergangenen Montag nach mehreren Stationen eine Bürgerversammlung in Frauental. Zuvor suchte der Bürgermeister in Schmerbach, Archshofen, Reinsbronn, Münster und Niederrimbach das Gespräch mit den dortigen Bürgern, um die Stimmung auszuloten und sich ein klares Bild über die Meinungen der Einwohner zur Windkraft zu verschaffen. Dies wird bei der kommenden Sitzung im Gemeinderat, die im Mai stattfinden soll, zur Sprache gebracht.
Die gewählten Bürgervertreter werden dann die Frage klären, wie viel Windkraft im Stadtgebiet möglich sein wird. Ein entscheidender Punkt ist dabei der Abstandsradius, der in Creglingen bei 950 Meter vom Ortsrand bis zur ersten Anlage liegt. Nach dem neuen Landesplanungsgesetz ist jedoch ein Mindestabstand von 700 Metern vorgesehen. "Wenn es bei den 950 Metern Abstand bleibt, dann gibt es nur noch in der Mitte des Klosterwaldes und vielleicht in einem Bereich oberhalb von Craintal in Richtung Schön die Möglichkeit, einige Windräder zu bauen", so der Verwaltungschef.
Außerdem ist die Frage der Stromableitung für neu zu errichtende Windparks entscheidend. Da neue Leitungen viel Geld erfordern, rentiert sich die Installation eines Windparks demnach erst ab einer bestimmten Anzahl von Windrädern. Mindestens sechs oder sieben Anlagen wurden in den Bürgerversammlungen bisher beziffert.
Die optische Beeinträchtigung der Landschaft sei jedoch nicht zu vermeiden, erklärte der Chef der Stadtverwaltung. "An Ihrem Wald sind viele Investoren interessiert, und jeder hat sein eigenes Konzept," so Bürgermeister zu den Frauentaler Vertretern. Da man zunächst die generelle Meinung zur Windkraft abklären müsse, sei eine Diskussion über genaue Standorte derzeit nicht sinnvoll. Erst nach weiteren Beratungen des Gemeinderats könne man mit genauen Karten nochmals durch die Orte gehen.
„So wie die Gesetze in Baden-Württemberg sind, wird es im Land keine 1200 Windräder geben," so die Meinung Hehns zu den Plänen der Landesregierung. Die zahlreichen Einschränkungen durch Laichgebiete, Flugplätze, Natur- und Vogelschutzgebiete würden viele Investoren frustrieren.