Zwei Prozent der Fläche Hessens sollen bis 2020 für die Stromgewinnung durch Windkraftanlagen verwendet werden. Wie in vielen anderen Gemeinden im Landkreis Limburg-Weilburg werde auch in Hadamar über die Vor- und Nachteile der Windkraft diskutiert. So wolle die SPD Hadamar mit der Podiumsdiskussion einen Beitrag zur Bürgerinformation leisten, erklärte der Gastgeber des Informationsabends und SPD-Ortsvorsitzender Frank Speth.
Eine Expertenrunde, bestehend aus dem Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung von der SPD, dem Energie- und Umweltpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Timon Gremmels, Joachim Wierlemann vom Bundesverband Windenergie, Windparkmitbetreiber Ludwig Schneider, Wolfgang Wranke, Leiter der Regionalplanung im Regierungspräsidium Gießen sowie Hermann Maxeiner vom Landesvorstand des BUND Hessen waren zur Diskussion eingeladen.
Auch der parteilose, Erste Stadtrat Bernd Groh sowie der Windkraftgegner Werner Eisenkopf nahmen an der rund zweistündigen Diskussion teil, die vom Journalisten Volker Thies moderiert wurde. Groh erklärte, dass die massive Konfrontation mit Fachbegriffen und Expertisen dazu führte, dass die politischen Gremien in Hadamar zunächst alle nötigen Fakten zusammentrugen und aufarbeiteten. Erst auf dieser Basis könnten Entscheidungen getroffen werden.
Auch die Bürgerbeteiligung stand im Mittelpunkt der Diskussion. Zudem betonten die Experten die immensen Kostenvorteile der Windenergie gegenüber anderen erneuerbaren Energien. Man müsse in Hessen insbesondere auf eine dezentrale Energieerzeugung setzen, sodass die Wertschöpfung in der Region bleibe und die Bürger davon profitieren können, so Timon Gremmels.
Werner Eisenkopf sprach hingegen von einer Gefährdung der Gesundheit, einer Verschandelung der Natur und einer Bedrohung für Wildvögel. Profitorientiertes Denken wäre der Hauptgrund für den Bau von Windenergieanlagen, die bei einem Wegfall der Subventionen nicht mehr konkurrenzfähig wären. Insgesamt verlief die Diskussion sehr lebhaft und zeigte auf, dass das Thema Windenergie nach wie vor für Kontroversen sorgt.