Im nördlichsten Bundesland der Bundesrepublik Schleswig-Holstein soll die vollständige Energieversorgung aus Windkraft erfolgen. Dieses Ziel will man bis zum Jahr 2020 erreichen und dazu noch eine große Menge an Strom aus Windkraft ins Ausland verkaufen.
Da der Ausbau der Offshore-Windenergie noch vergleichsweise langsam von statten geht, setzt man in Schleswig-Holstein vor allem auf die zügige Expansion der Windparks an Land. Für die Gewinnung von Energie aus Windkraft steht zunächst noch eine genehmigte Fläche von 0,8 %des Schleswig-Holsteinischen Landesgebiets zur Verfügung. Diese wolle man laut Angaben der Landesregierung auf 1,5 % nahezu verdoppeln. Insgesamt wären dann rund 11000 Hektar Vorrangfläche für Windenergie und deren Ausbau nutzbar. Im Frühjahr 2012 soll die Flächenkartierung endgültig beendet sein. Was sich zunächst positiv anhört, wird von unzähligen Initiativen der Küstenbevölkerung nicht als Segen aufgenommen. Diese setzen sich gegen neue Windenergieanlagen und Repoweringmaßnahmen vehement zur Wehr. Durch mögliche Bürgerbegehren und -entscheide könnte der Ausbau der Windparks stark ins Stocken geraten.
In Neu-Sophienhof im Kreis Plön wurde von rund 650 Aktivisten eine Bürgerinitiative namens "Sophie gegen den Wind" gegründet. Helge Jürgensen, Mitglied dieser Initiative erklärt: „Wir sind nicht generell gegen Windkraft oder gar für die Atomenergie, aber wir sind gegen "Windspargel", die nur in geringer Entfernung zum eigenen Heim stehen sollen“. Der energiepolitische Sprecher der Grünen in Schleswig-Holstein, Detlef Matthiessen hält allerdings dagegen. "Je höher die Anlage, desto effizienter der Energiegewinn" so Matthiessen.
Dennoch wolle man die Einwände der Bevölkerung berücksichtigen.
Der dringend nötige Ausbau der Windenergie zur Realisierung der Energiewende scheint auch in diesem Fall blockiert zu werden. Wenn sich Politik, Genehmigungslage, Naturschutzbünde und letztlich auch die Bevölkerung nicht aufeinander zu bewegen, wird es ungleich länger dauern, den Atomausstieg zu vollziehen.