Unter dem Thema „Energiewende“ hatten die Lechwerke die Markt Rettenbacher Bürger sowie die Einwohner aus der Umgebung zu einem Gespräch über die Energieversorgung vor Ort in der Zukunft ein.
Im Adler-Saal moderierte der Wirtschaftsredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung, Winfried Züfle diese Diskussion, nachdem Professor Dr. Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München sowie Professor Georg Sahner von der Hochschule Augsburg Kurzreferate über die Energieerzeugung der Zukunft und über das zukünftige Wohnen und Bauen hielten. „Windkraft und Sonnenenergie gehören zu den Elementen, die künftig stärker in die Versorgung mit einbezogen werden müssen“, erklärte Dr. Markus Litpher, Mitglied des LEW-Vorstands.
„Da die Sonne naturgegeben nicht immer scheint und der Wind nicht gerade dann weht, wenn mehr Strom gebraucht wird, muss ein flexibler Kraftwerksbetrieb aufgebaut werden, was einen massiven Netzausbau nötig macht“, so Litpher.
Darüber hinaus müssten Lösungen für die Speicherung der gewonnenen Energie gefunden werden, was zu steigenden Kosten und deswegen auch zu wachsenden Strompreisen führe, erklärte das LEW-Vorstandsmitglied.
Unter den Zuhörern wurden ebenso Zweifel laut in Bezug auf die Rentabilität von Windrädern in Süddeutschland. Diese stünden völlig konträr zu den Leistungen im Norden des Landes, was jedoch auf den nötigen Transport der Energie aus dem Norden in den Süden zurückzuführen sei.
Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather erklärte, man hätte nur wenig Widerstand gegen die Planungen zum Ausstieg aus der Atomkraft gespürt, dennoch brauche man als moderner Industriestaat genügend elektrische Energie, die bezahlbar sein müsse. „Man muss auch Nachteile in Kauf nehmen. Wer Strom haben will, muss auch die Frage beantworten können: Wo soll er herkommen?“, so Weirather.