Kürzlich unternahm der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler mit der einstimmigen Fassung des Aufstellungsbeschlusses zur Teilfortschreibung des Flächennutzungsplanes einen ersten Schritt in Richtung zur Ausweisung von Windkraft-Standorten.
Die Suche nach Standorten übernimmt ein eigens dafür beauftragtes Planungsbüro. Die Öffentlichkeit soll zudem über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus mit exakten Informationen einbezogen werden. Noch bis zum 1. September 2012 liegt die Zuständigkeit für die Flächenausweis bei den Regionalverbänden. Danach wird sie auf die Gemeinden übertragen.
Bis dahin müssen die Kommunen selbst geeignete Standorte für Windenergieanlagen ausweisen, wofür die Fortschreibung des Flächennutzungsplans vorausgesetzt wird. Christian Sammel vom Planungsbüro Fahle empfiehlt indes, bis zur Rechtskräftigkeit der Planfortschreibung im September 2013 mögliche Baugesuche für Windenergieanlagen zurückzustellen. Einsprüche anderer Nachbargemeinden und Gemeindeverbände seien denkbar, allerdings eher in puncto Artenschutz.
So stoße die früher oftmals angeführte "Verschandelung der Landschaft" bei den Richtern auf taube Ohren. Der Weg in die Energiewende habe Vorrang. Allerdings seien Gespräche mit den Nachbarn immer besser als ein Streit, sodass besonders bei Windkraftstandorten auf Gemarkungsgrenzen eine inhaltlich Abstimmung nötig sei. Bürgermeister Karl-Eugen Engler betonte, dass es richtig und wichtig sei, den Weg der erneuerbaren Energien zu gehen.
Darüber hinaus sei er ebenso froh, dass auch von Seiten der deutschen Politik endlich Einsicht herrsche. Dennoch empfindet es Engler als "Ohrfeige", dass Frankreichs Staatspräsident Nikolas Sarkozy nicht von der Kernkraft und besonders von dem maroden Kernkraftwerk Fessenheim abrücke. Frankreich habe trotz Atomenergie massive Probleme bei der Energieversorgung, während man in Deutschland gar Stromexporte tätigen könne. Dies bestätigt indes, dass man mit der Energiewende und vor allem mit der Windkraft auf dem richtigen Weg ist.