Am vergangenen Mittwochabend informierten sich rund 130 Bürger aus Welbergen über die Planungen zu einem Bürgerwindpark. Laut Regionalplan sei zwischen der B 70 und der K 65 am Welbergener Damm ein möglicher Aufstellungsort für bis zu fünf Windkraftanlagen.
Um den Standort als sogenannten „Windeignungsbereich“ ausweisen zu lassen, stellte Diplom-Ingenieur Josef Fislage bereits einen Antrag bei der Stadt Ochtrup. Sollten die Windbedingungen ideal sein, so könnte damit die doppelte Strommenge Welbergens produziert werden. Welbergen verbraucht etwa vier Millionen Kilowattstunden im Jahr.
„Den Überschuss könnten wir dem Markt zur Verfügung stellen. Damit wäre unser Beitrag zur Energieautarkie 2050 im Kreis Steinfurt eindeutig erfüllt“, sagte Fislage. Allerdings sind zu diesem Vorhaben auch kritische Stimmen zu hören, nämlich von den Anwohnern aus dem Schweringhook, die Wertminderungen ihrer Immobilien und Verringerungen der Wohnqualität befürchten, selbst wenn die erforderliche Pufferzone von 500 Metern eingehalten würde.
Man bemüht sich jedoch, einen Konsens mit den Bürgern zu erzielen. „Wenn wir Bürger allerdings bezüglich eines Windparks nicht selber aktiv werden, kommen möglicherweise Fremdinvestoren und wir haben keinen Einfluss mehr“, erklärt Fislage, und verweist auf die Gewerbesteuer- und Gewinne durch den Verkauf von Strom, sodass die Wertschöpfung nachhaltig in der Region bleibt.