Zum Anfang des Jahres 2011 waren im Landkreis Schweinfurt zwölf Windkrafträder in Betrieb. Trotz aller hoch gesteckten Ziele kam zum Jahresende gerade einmal eines dazu. Dies liegt nicht zuletzt an der gespaltenen Meinung zur Windkraft in den Gemeinden.
Die Region erfüllt zwar nicht sämtliche Kriterien für einen optimalen Windenergiestandort, dennoch liegen dem Landratsamt Pläne für weitere 50 Windräder vor. Davon sollen fünf Anlagen im kommenden Jahr bei Waldsachsen installiert werden. Dies sorgt für viel Diskussionsstoff mit kontroversem Potential. Noch im Juli stellte der regionale Planungsverband einen geänderten Plan für 94 Flächen in der Main-Rhön-Region vor, die für die Errichtung von Windkraftanlagen genutzt werden sollen.
Die Bürgermeister in der Rhön fühlen sich dabei einerseits zu wenig beteiligt an Windkraftprojekten, andere stehen zukünftigen Windkraftprojekten angesichts potentiell „zugepflasterten Landschaften“ skeptisch gegenüber. Besonders in Waigolshausen gibt es großen Protest, wo rund 36 Prozent der landschaftlichen Nutzflächen von Windkraftanlagen betroffen seien. Vier der fünf Gebiete sollen laut Forderungen des Gemeinderats gestrichen werden. Wenig Begeisterung für Windkraftprojekte machte sich auch in Wipfeld, Obbach und Stadtlauringen bemerkbar, was die Investoren von ihren Planungen dennoch nicht abhält.
So versuchen diese mit hohen Pachtsummen einige der betroffenen Landwirte für ihre Vorhaben zu gewinnen. Die Bürgermeister der Gemeinden richteten ihr Handeln nun vermehrt darauf, die Wertschöpfung in der Region zu halten, wenn Windkraftanlagen installiert werden. So ist in Werneck ein Bürgerwindpark in Planung, der gemeinsam mit den Windrädern in benachbarten Waigolshausen aus vier Anlagen bestehen soll.
Die Beteiligung an den Investitionen soll auch in Waldsachsen für Privatpersonen möglich sein. Dort sollen im Jahre 2012 fünf neue Anlagen entstehen, die von der ÜZ Lülsfeld betrieben wird, sobald die dafür nötige 20 KV-Leitung nach Heidenfeld installiert worden ist. Mit der dortigen Bürgerbeteiligung ist auch die Gegenwehr einer Bürgerinitiative gegen den Bau der Anlage verschwunden.